TINGA TINGA - Afrikanische Bilder
Tingatinga – ist es nicht ein komischer Name?
Unter diesem Namen verbergen sich afrikanische Bilder! Wie hat die ganze Geschichte angefangen? Am Anfang gab es den Herrn namens Edward Saidi Tingatinga. Edward lebte in Tansania und begann um 1968 in Dar es Salaam zu malen. Malereien in diesem Stil sind voller Farben. Mann könnte sagen, dass es sich um naive Kunst handelt, die nur in die Kinderzimmer passt. Diese Bilder wurden aber zum
Beispiel in der Auktionshalle in Paris ersteigert (R.Chiwaya - €37.000 aus Tinga Tinga Cooperative Society) und man sagt, dass der berühmte Keith Haring seine Inspiration in diesen Bildern fand. Willkommen in einer Homepage, wo Sie sich zumindest für eine Weile in die Welt von Tingatinga eintauchen können – eine Welt, die durch ihre Farben und Einfachheit gute Laune erweckt, und durch die wir das unverfälschte Afrika entdecken können...Daniel Augusta
Die ersten Bilder (aus den 70-ern des 20.Jahrhunderts) stellten das einzelne Tier auf einem einfachen Hintegrund dar. Heutzutage malen auf diese Art und Weise nur wenige Künstler. Einer von diesen ist der Sohn von Edward S. Tingatinga – Daudi Tingatinga (er ist Autor des Löwen unten rechts). Mkura und Amonde Omary sind Maler, die in die erste Generation der Tingatinga-Maler gehören, und sie malen immer im diesen einfachen Stil. Weitere Künstler, zwischen deren Bildern man diesen ursprünglichen Typ finden kann, sind Becker Wasia, Saidi Chilamboni (er ist Autor der Hyäne unten links), Mwamedi Chiwaya und weitere.
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Eine einfache Darstellung der Giraffe ist ein neues Motiv, das durch die Bilder aus den siebzigern des 20. Jahrhunderts inspiriert wurde. Ihr Autor ist Shabani Mkarekwa, aber dieses Motiv findet man auch in den Kunstwerken von Jabili Masoud oder Becker Wasia. Der Autor des Elefanten unten rechts ist Amonde Omari.
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Später kamen manche Maler mit der Idee, oberhalb des dargestellten Tieres das Motiv von Blumen und Vögeln zuzufügen. Er was nichts für die „alte Schule“, aber junge Maler begannen sich ihren eigenartigeren Stil darzustellen. Für solche Leute ist es nicht nur eine Vergnügung, sondern auch der einzige Verdienst. Sie malen etwa ein Bild pro Woche. Falls sie es schaffen, mehrere Bilder zu verkaufen, arbeiten die ärmeren auch in der Nacht. Zu den besten Malern dieser neuen Generation zählen Saidi Omari, Ibrahim Omary, Zuberi Daimu, Mwamedi Chiwaya, Iddi oder Rubuni und A.Hasani (Autoren der Bilder - siehe unten). Jeder von ihnen verleiht seinen Bildern etwas persönliches und obwohl es sich immer um den Tinga Tinga-Stil handelt, kann ein erfrahrenes Auge erkennen, wer welches Bild gemalt hat.
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Mwamedi Chiwaya ist ein junger talentierter Maler, der trotz seiner grossen „Produktion“ von Bildern immer sehr qualitätsvolle und schöne Werke malt. Ein Beispiel – siehe das Bild unten.
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Saidi Omary hat immer neue und neue Ideen und überrascht durch seine witzige Darstellung der Tinga Tinga-Motiven. Auf eine gewaltlose Art und Weise füllt er den Raum des Bildes und kombiniert bravurös lustige Farben. Er ist ein Mensch mit Sinn für Humor, der nie und nirgendhin eilt.
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Auf den ersten Blick sieht Tinga Tinga wie ein grosses Chaos aus! Jeder malt sich was er will, alles ist ähnlich. Nach einer näheren Untersuchung stellen wir aber fest, dass sich manche Maler vieleicht nur auf die Darstellung eines Tieres spezialisieren. Zum Beispiel Kambili und Gayo Peter (Bild unten links) malen wunderschöne Variationen von Schmetterling-Sträuchern. Manchmal sagt aber auch Mwamedi Chiwaya: „Schmetterlinge schaffe ich auch!“ – er ist Autor des Bildes unten.
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Mbwana Sudi ist Autor der blauen Fischen und Rubuni überraschte durch die Flut von Fischen im roten Feld!
Yuba Mawazo und Zaburi sind „Spezialisten“ auf Vögelmotive – Pelikane, Pfauhähne, Krähen und imaginäre Gefieder. Halten sie das aber nicht für eine Sicherheit! Die Maler könen von Tag zu Tag ihre Bilder ändern, vieleicht gerade deshalb, dass eine Gruppe von Koreanern vorbeikam und alle Bilder mit dem Löwenmotiv gekauft hat. Die Autoren von Bildern mit den Vögeln sind Chiwaya und S.Omari.
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Auf den Bildern, die die Menschen darstellen, finden sie Dörfer, Krankenhäuser, Schamane... Aber nehmen wir es der Reihe nach! Traditionelles Dorfsleben wird durch Noel Kapanda, Mkumba, Kalembo (Bild unten) und weitere Künstler dargestellt.
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Die Autoren der Bilder mit dem Markt und dem Dorf (merken sie sich bitte den Schaman, der den kranken Mann heilt), sind Mitole und Mkumba. Beide zählen zu den sehr gut etablierten Malern.
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Ein weiterer Autor von Bildern mit Dorfsmotivem ist Mohamed Charinda. „Der Spezialist“ auf Krankenhäuser ist Maurus Malikita.
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Afrikanisches Stadtgewimmel kann man auf den Bildern von Kateng, Mr.Seye, Kalembo, Anthony Jonas (siehe Bild unten) erforschen.
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Haben Sie schon über „Shetani“ gehört? Dieses Wort könnte man als ein „Teufelchen“ oder „Erdgeist“ übersetzen. Shetani gehört zur afrikanischen Mythologie. Auch heutzutage glauben viele Leute in Afrika in diese Geister, haben Angst davor, oder ganz im Gegenteil - sie vertrauen ihre Wünsche und Hoffnungen diesen Geistern, aber sehr wenige würden es bekennen! Ein echter Meister in der Darstellung dieser Geistern war George Lilanga. Er ist ein weltbekannter Autor von Statuen und Bildern. Seine Kunswerke wurden in vielen bedeutenden Galerien der westlichen Welt ausgestellt – Paris, London, Rom... Aber nicht alle Werke mit der „Lilanga“-Signatur stammen von George. Die westliche Welt lehnt ab, was in Afrika durchaus üblich ist – dem Malen oder Schnitzen schliesst sich die ganze Familie an. Mehr über dieses Thema finden Sie im www.lilanga.org.
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George Lilanga gehörte nie zu den Tinga Tinga-Malern. Er arbeitete im Cultural House (in Dar es Salaam), hatte aber Kameradschaft mit einer Reihe dieser Künstlern. Lilanga erlaubte dem Maler namens Mchisa Thabili seine Shetani-Motive zu nutzen. Und er erlaubte es wieder einem anderen Künstler namens Jaribuni Hasani. Somit hat sich der Stil von George Lilanga ausserhalb der Familie verbreitet.
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Bei der Aufzählung von die Menschen darstellenden Bildern sollen wir nicht den Maler Sayuki vergessen. Sayuki Matindiko ist vom gleichen Stamm wie Lilanga – er ist Makonde. Er hat sich durch George Lilanga inspirieren lassen und fand seinen eigenen Stil. Er malt aber keine mythischen Wesen, seine Motive basieren auf gewöhnlichem Leben (Reise zum Markt, Weiber klappern, Biertrinken usw.).
In Tansania gibt es zur Zeit einige hunderte Maler, die sich zum Tinga Tinga-Stil bekennen. Vieleicht ein Hundert von ihnen sind echt gut. Es gibt aber auch interessante Künstler, die im Tinga Tinga-Zentrum anfingen, und später seinen eigenen Stil fanden. Einer von diesen ist David Mzuguno.
Aus der Tinga Tinga-Malerfamilie stammen auch zwei grosse Künstler – Damian Msagula und John Kilaka. John ist nicht nur ein grossartiger Maler, sondern auch ein brillanter Erzähler und Illustrator der Märchen. Falls Sie mehr erfahren wollen – siehe www.kilaka.com.
Was passierte, wenn sich manche Maler vom Tinga Tinga-Hauptstrom trennten? Bedeutet das, dass sie sich nicht ihren eigenartigen Stil bilden konnten? Die Antwort lautet JA, sie konnten! Eine der wichtigsten Abzweigung sind die Maler in Makumbusho Village. Sehen Sie sich bitte die Bilder von Nangida Masawe und Emanuel Jeremiah an.
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Die Bilder von Ally Omary, Job Luandala oder Lewis Steven würde man schon auf den ersten Blick nicht zu dem Tinga Tinga-Stil eingliedern. Diese Autoren experimentieren mit verschiedenen Motiven, Lewis (Bilder – siehe unten) füllt den Raum der Bilder unglaublich!
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